Was ist umwelt-cert®?
umwelt-cert® ist ein Programm zur Förderung des Zusammenspiels von Ökologie und Ökonomie und stellt die wichtigsten Optionen für eine Umweltzertifizierung von Organisationen zur Verfügung. Unter Organisationen sind alle gewerblichen oder kommunalen Betriebe, Vereine, Verbände oder sonstigen Organisationen zu verstehen.
Ziel ist eine strategische Kostensenkung beim Einsatz von Energie und nicht erneuerbaren Ressourcen durch betriebliche Analyse und den Aufbau von Managementstrukturen sowie der Zertifizierung der Organisation nach landes-, europa- oder weltweit geltenden Normen bzw. Richtlinien (Landesumweltsiegel, EMAS, ISO 14001, ISO 9001). Zentrales Kriterium für den Erfolg dieser Strategie ist die Stärkung der Glaubwürdigkeit der Leistungen der teilnehmenden Organisation in Qualität und Kundennähe, Umwelt- und Verbraucherschutz.
Die Idee des Programms umwelt-cert ® als systematisches Konzept für Organisationen wurde im Jahr 2001 aus dem Pilotprojekt "Kommunales Umweltmanagement in einer Gemeinde in Brandenburg" als Vorhaben des Landesumweltamtes Brandenburg geboren. Hier wurde ein Konzept entwickelt, um Betriebskosten einzusparen und Managementstrukturen sowohl auf kommunaler Ebene als auch in den ansässigen Betrieben zu schaffen, einzuführen und in der Praxis zu erproben.
umwelt-cert® ist heute eine gemeinsame Initiative mit der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) und der Brandenburgischen Ingenieurkammer (BBIK) in Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium zur Qualitätssicherung und Qualifizierung von Organisationen in Brandenburg.
Es können folgende Instrumente eingesetzt werden:
Audit:
als Kontrollinstrument in Form eines Soll/Ist-Vergleichs durch unabhängige Auditoren, z.B. zur Kontrolle der Einhaltung der Rechtsvorschriften (legal-compliance audit), der organisatorischen Leistungswerte und Zielvorgaben (performance audit) oder der Funktionsfähigkeit von Verfahrens- oder Arbeitsanleitungen (VA System-Audit).
Benchmarking:
ist der Vergleich von Arbeitsabläufen, Dienstleistungen, Produkten oder Unter-nehmensstrukturen mit dem stärksten Wettbewerber (best in class). Die aus der besten verfügbaren Praxis (best practice) abgeleiteten Leistungsmaßstäbe (benchmarks) dienen als Vergleichsgrößen. Öko-effizientes benchmarking orientiert sich zugleich an den Kriterien der Umweltverträglichkeit des zu optimierenden benchmark-Gegenstandes und an den ökonomischen Kriterien Qualität, Kosten und Zeit.
Bericht:
Mit Hilfe von Berichten wird die Unternehmensleistung gegenüber internen und externen Anspruchgruppen kommuniziert. Ziel ist es, das Unternehmensimage zu verbessern sowie die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen beim Kunden durch verbesserte Transparenz zu erhöhen.
Betriebliches Umweltinformationssystem:
hier werden Informationen zusammengefasst, mit denen ein Unternehmen Daten über Umweltauswirkungen erheben, darstellen und auswerten kann. Ein betriebliches Umweltinformationssystem ist die betriebsinterne Grundlage für die Planung, Kontrolle und Steuerung des Unternehmens mit dem Ziel der Vermeidung oder Verminderung betrieblicher Umweltbelastungen.
Controlling:
ist ein Steuerungskonzept, das sich der Instrumente Öko-Bilanz, Kennzahlen, Rechnungswesen und Berichte bedient und idealerweise alle Schritte des Managementprogramms aufeinander abstimmt und integriert. Die Aufgabe des Controlling liegt in der Unterstützung und Begleitung von Führungsentscheidungen und deren Umsetzung.
Environmental Sharholder Value:
Ziel ist es, die Maßnahmen des Umweltmanagements zu identifizieren, die nicht nur ökologisch effektiv sind, sondern außerdem den shareholder value.
Risikoanalyse:
Die Risikoanalyse ist ein systematisches Verfahren, um vorrausschauend potentielle, zukünftige Gefahren bzw. Risiken zu ermitteln (Risikoidentifikation) und zu bewerten (Risikobewertung). Das Ergebnis ist z.B. die Priorisierung von Maßnahmen zur Abwendung von bestimmten Umweltgefahren.
Stoffstromanalyse:
Ziele der Stoffstromanalyse sind:
- Verringerung oder Vermeidung problematischer Stoffe
- Verringerung des Rohstoff- und Energieeinsatzes
- Verringerung oder Vermeidung von Emissionen
- Verringerung des Abfallaufkommens
- Verringerung oder Vermeidung von Lärmbelästigungen
- Verringerung von Kosten und Emissionen bei gleicher oder besserer Prozesssteuerung.
- TQEM (total quality and environmental management)
ist ein Konzept, das Umweltaspekte in die Kernstrategien eines Unternehmens integriert und auf dem Qualitätsmanagement-Ansatz "TQM" basiert. Qualität ist die Maxime. Der Qualitätsbegriff ist dabei umfassend definiert und schließt neben der Prozess-, Produkt-, und Servicequalität explizit auch die Qualität im Hinblick auf die Belange der Mitarbeiter und der Gesellschaft ein, erweitert um das Ziel der kontinuierlichen Verminderung negativer Umweltauswirkungen.
- Eco-Management and Audit-Scheme (EMAS) oder DIN ISO 14001:2005
mit dem Ziel der Koordinierung und Systematisierung der umweltrelevanten Aktivitäten mit Hilfe von dokumentierten Steuerungs- und Kontrollmechanismen.